Gemälde

Landschaften

Bis ins hohe Alter fertigte Colombo Max unermüdlich Skizzen von der ihn umgebenden Landschaft des Starnberger Sees. In Ammerland sah man ihn bei jedem Wetter täglich mit Hut und Umhang unterwegs, oft schon in den frühen Morgenstunden auf den See hinaus rudernd. Es sind Hunderte seiner reizvollen, spontanen, meist undatierten Landschaftsbilder erhalten, die den See in unterschiedlichsten Wetterstimmungen und Jahreszeiten zeigen, Waldszenen, Wiesen und Auen, oft belebt durch kleine Figuren.

Ausgedehnte Reisen führten Colombo Max darüber hinaus nach Belgien, Schweden, Spanien, Kroatien und immer wieder in sein geliebtes Italien. Viele seiner schönsten Bilder entstanden während der Sommeraufenthalte im ligurischen San Fruttuoso, in Neapel, auf Ischia, Elba und in Orbitello. In seinen kleinen Landschaftsbildern ist Colombo frei von jeder aktuellen Stilrichtung oder Tendenz. Die Zeitlosigkeit dieser Impressionen macht sie besonders wertvoll.

Dekorationsmalerei

Die Dekorationsmalerei des Colombo Max ist eingebettet in die neoklassizistischen Tendenzen des Münchner Jugendstils, wobei er in Franz von Stuck sein Vorbild sieht. Für die gestalterischen Entwürfe von Faschingsfestdekorationen, für Privathäuser und die Werbung bevölkert Colombo die gängigen Motive von Meeresgöttern, Nymphen und Faunen mit Figuren aus der Welt des Theaters, des Faschings und des Sports. Mit seiner heiteren Kunst machte sich Colombo Max einen Namen, zumal seine Malweise dem Geschmack der Zeit entsprach. Die Motive fanden als Druckvorlagen weite Verbreitung.

1. Weltkrieg

Während des Ersten Weltkrieges in Flandern hat Colombo mit unzähligen Zeichnungen die Schrecken und Qualen dieser Jahre dokumentiert. Die kleinformatigen Zeichnungen, die auch in einer Soldatenzeitung Verbreitung fanden, sind oft nicht frei von Ironie.

Portraits

Anders als Corneille hat Colombo spät mit Porträtieren angefangen. Erst nach dem Tod des wegen seiner hinreißenden Kinderbildnisse berühmten Bruders, wurden auch an ihn Anfragen gerichtet. Gegen Ende des 30er häufen sich dann die offiziellen Aufträge: Die Nachbarn in der Seestraße, die Landwirte, Fischer oder Gastwirte aus Ammerland und Münsing geben Bilder von sich und ihren Kinder in Auftrag. Die wirtschaftlichen Verhältnisse zwingen ihn auch dazu. So wie bei seinem Vater Gabriel Max, waren auch viele dieser Bilder 'Semmelbilder'.

Diese Nachfrage ist nie wieder abgerissen; bis ins hohe Alter malt Colombo Porträts; seine letzten dürften die seiner Urenkelin Verena gewesen sein, die er als 90jähriger gemalt hat. Er hatte auch viele Aufträge für große repräsentatieve Bildnisse. Auf vielen Schlössern hat er gemalt. Die erhaltenen kleinen, spontanen Entwürfe, Farbskizzen und ausgearbeitete Kopfstudien lassen die unglaubliche Menge von Porträts ahnen. Heute erinnern sich noch die damaligen Kinder und jungen Mädchen an die nicht immer erfreulichen langen Sitzungen, aber alle sind sie sehr stolz von Colombo gemalt worden zu sein und die Bilder werden in den Familien in großen Ehren gehalten.